Blog: KI, Pflege und Digitalisierung im Gesundheitswesen | Livy Care

Wie können digitale Pflegeassistenzsysteme den Nachtdienst entlasten?

Geschrieben von Sonja Imbroglia | Jul 23, 2026, 11:28:41 AM

 


Das Wichtigste in Kürze

  • Digitale Pflegeassistenzsysteme erkennen definierte nächtliche Ereignisse und informieren zuständige Pflegekräfte.
  • Ereignisbasierte Meldungen ergänzen feste Kontrollgänge und erleichtern die Priorisierung.
  • Livy Care erkennt Stürze, Hilferufe sowie konfiguriertes Bett- und Raumverlassen passiv im Raum.
  • Kompatibel erfasste Vitaldaten können automatisiert an angebundene Pflegedokumentationen übertragen werden.
  • Die Technik ersetzt weder die pflegerische Einschätzung noch die persönliche Versorgung oder Aufsichtspflicht.


Digitale Pflegeassistenzsysteme können den Nachtdienst entlasten, indem sie definierte Ereignisse automatisch erkennen und zuständige Pflegekräfte gezielt informieren. Dadurch können Pflegekräfte Einsätze stärker am aktuellen Unterstützungsbedarf ausrichten.

Livy Care, die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH, wurde für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser entwickelt. Das deckenmontierte System erkennt Stürze, Hilferufe sowie individuell konfigurierte Ereignisse wie Bett- und Raumverlassen und alarmiert zuständige Pflegekräfte über angebundene Endgeräte oder Rufsysteme. Die Erkennung erfolgt passiv im Raum. Bewohnerinnen und Bewohner oder Patientinnen und Patienten müssen kein Wearable tragen und keinen Notruf selbst auslösen.

 

Was ist ein digitales Pflegeassistenzsystem?

Ein digitales Pflegeassistenzsystem ist eine technische Lösung, die definierte Situationen automatisch erkennt und Informationen an zuständige Pflegekräfte übermittelt. Je nach Funktionsumfang unterstützt es bei der Alarmierung, Dokumentation oder Vitaldatenerfassung. Eine KI-Raumassistenz ist eine mögliche Ausprägung eines digitalen Pflegeassistenzsystems.

Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Rufanlage liegt in der Auslösung. Eine Rufanlage setzt in der Regel voraus, dass eine Person selbst einen Ruf auslöst. Eine KI-Raumassistenz kann konfigurierte Ereignisse auch dann erkennen, wenn die betroffene Person keinen Knopf erreichen oder keinen Hilferuf absetzen kann.

Das ist besonders im Nachtdienst relevant. Schlafende, gestürzte, desorientierte oder kognitiv eingeschränkte Bewohnerinnen und Bewohner können nicht in jeder Situation selbst auf ihren Unterstützungsbedarf aufmerksam machen.

Warum ist der Nachtdienst besonders belastend?

Im Nachtdienst müssen wenige Pflegekräfte gleichzeitig die Versorgung, Sicherheit und Reaktionsbereitschaft für viele Bewohnerinnen und Bewohner gewährleisten. Planbare Routineaufgaben treffen dabei auf Ereignisse, die sich weder zeitlich noch räumlich vorhersehen lassen. Pflegekräfte müssen deshalb fortlaufend entscheiden, welche Situation zuerst bearbeitet werden muss.

Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Kontrollgänge
  • Lagerungen und Positionswechsel
  • Vitaldatenerfassung
  • Pflegedokumentation
  • Reaktion auf Rufanlagen
  • Unterstützung bei Orientierungsproblemen
  • Versorgung bei medizinischen Veränderungen

Während eine Pflegekraft eine Bewohnerin oder einen Bewohner versorgt, kann in einem anderen Zimmer gleichzeitig Unterstützung erforderlich werden. Ohne zusätzliche Informationen ist nur schwer erkennbar, ob dort ein akuter Hilfebedarf besteht.

Wie groß die Verantwortung im Nachtdienst sein kann, zeigt der Beitrag zum Pflegenotstand und zur alleinigen Verantwortung für bis zu 80 Menschen.

Im Modellprojekt Pflege 2030 zeigte sich besonders nachts ein Sicherheitsgewinn: 50 Prozent der Befragten gaben eine Reaktionszeit von ein bis fünf Minuten an, weitere 25 Prozent von weniger als einer Minute. Knapp 90 Prozent bewerteten die Alarmmeldungen als zuverlässig. Die Ergebnisse im Praxishandbuch Pflege 2030 beziehen sich auf den untersuchten Einsatz im Korian Haus Karlsfeld.

Warum können feste Kontrollgänge allein nicht jeden Unterstützungsbedarf abbilden?

Feste Kontrollgänge geben dem Nachtdienst Struktur und bleiben ein wichtiger Bestandteil der pflegerischen Versorgung. Sie zeigen die Situation jedoch nur zum Zeitpunkt des jeweiligen Zimmerbesuchs. Ereignisse zwischen zwei Kontrollgängen können zunächst unbemerkt bleiben. Gleichzeitig werden andere Zimmer ohne konkreten Anlass betreten.

Eine KI-Raumassistenz kann Kontrollgänge durch ereignisbasierte Meldungen ergänzen. Pflegekräfte erhalten dadurch auch zwischen den geplanten Rundgängen Hinweise auf konfigurierte Situationen. Das bedeutet nicht, dass persönliche Kontrollen vollständig entfallen. Häufigkeit und Umfang müssen sich weiterhin am individuellen Unterstützungsbedarf orientieren.

Eine Studie der FH Oberösterreich untersuchte den Einsatz von Livy Care in einem konkreten Wohnbereich. Dort sank der Aufwand für Kontroll- und Routinetätigkeiten von rund 44 auf 19 Stunden pro Woche. Das entspricht einer Reduktion um etwa 57 Prozent. Die Ergebnisse der FH Oberösterreich beschreiben den untersuchten Einsatz und sind nicht pauschal auf jede Einrichtung übertragbar.

Kriterium Feste Kontrollgänge KI-Raumassistenz
Erfassung Persönliche Kontrolle zu festgelegten Zeiten Automatische Erkennung konfigurierter Ereignisse
Informationszeitpunkt Beim Betreten des Zimmers Nach der Erkennung eines Ereignisses
Priorisierung Nach Rundgang, Pflegeplanung und eingehenden Rufen Zusätzlich anhand ereignisbezogener Meldungen
Nachtruhe Zimmer werden regelmäßig betreten Zimmer können gezielter bei konkretem Anlass betreten werden
Individuelle Anpassung Häufigkeit der Kontrollen wird festgelegt Funktionen lassen sich nach Unterstützungsbedarf konfigurieren
Voraussetzung Ausreichende personelle Kapazitäten und klare Abläufe Fachgerechte Installation, Konfiguration und geregelte Alarmwege
Grenze Ereignisse zwischen zwei Kontrollen können später auffallen Fehlalarme und nicht erkannte Ereignisse sind nicht vollständig auszuschließen


Wie läuft eine ereignisbasierte Unterstützung im Nachtdienst ab?

Bei der ereignisbasierten Unterstützung erkennt ein Pflegeassistenzsystem eine zuvor konfigurierte Situation und übermittelt eine Meldung an die zuständigen Pflegekräfte. Diese prüfen die Situation persönlich und entscheiden über die erforderliche Maßnahme. Technik unterstützt damit den Informationsfluss, übernimmt aber keine pflegerische Entscheidung.

Der Ablauf besteht aus vier Schritten:

  1. Ereignis erkennen: Das Pflegeassistenzsystem erkennt eine konfigurierte Situation im ausgestatteten Raum.
  2. Meldung weiterleiten: Zuständige Pflegekräfte erhalten Informationen zum Ereignis und zum betroffenen Zimmer.
  3. Situation prüfen: Eine Pflegekraft prüft die Lage persönlich und bewertet den Unterstützungsbedarf.
  4. Reaktion dokumentieren: Ereignis und Maßnahme werden nach den Vorgaben der Einrichtung dokumentiert.

Je nach eingesetzter Lösung können bestimmte Ereignisdaten automatisiert an angebundene Systeme übertragen werden. Die Pflegekraft ergänzt weiterhin alle Informationen, die sich nicht technisch erfassen lassen.

Damit der Ablauf funktioniert, müssen Einrichtungen vorab festlegen, wer welche Meldung erhält. Ebenso wichtig sind Eskalationsstufen für nicht bestätigte Meldungen sowie klare Abläufe bei technischen Störungen.

Wie funktioniert Livy Care konkret im Nachtdienst?

Livy Care erkennt konfigurierte Ereignisse passiv im ausgestatteten Raum und leitet Meldungen an angebundene Endgeräte oder Rufsysteme weiter. Pflegekräfte erfahren, in welchem Zimmer Unterstützung erforderlich sein könnte. Sie prüfen die Situation persönlich und entscheiden anschließend über die notwendige pflegerische Maßnahme.

Zu den konfigurierbaren Funktionen gehören:

  • Sturzerkennung
  • Hilferuferkennung
  • Bettverlassen
  • Raumverlassen
  • individuell definierte Situationen wie das Sitzen an der Bettkante

Nicht jede Funktion ist für jede Bewohnerin und jeden Bewohner gleichermaßen sinnvoll. Ein selbstständiges Bettverlassen kann bei einer mobilen Person unproblematisch sein. Bei einer anderen Person kann dieselbe Situation einen zeitnahen Unterstützungsbedarf anzeigen.

Die Einrichtung muss deshalb gemeinsam mit dem Pflegeteam festlegen, welche Erkennungen in welchem Zimmer aktiviert werden. Die Konfiguration sollte regelmäßig überprüft werden, wenn sich Mobilität, Orientierung oder Unterstützungsbedarf verändern.

Je nach technischer Infrastruktur können Meldungen über DECT-Telefone, die Livy Care App oder angebundene Rufsysteme übermittelt werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten zeigt die Seite zur KI-Raumassistenz für die stationäre Pflege.

Welche Technik eignet sich für welche Aufgabe im Nachtdienst?

Welche Technik geeignet ist, hängt vom Unterstützungsbedarf, vom Erkennungsbereich und von der notwendigen Mitwirkung der Bewohnerinnen und Bewohner ab. Eine aktive Rufmöglichkeit erfüllt eine andere Aufgabe als eine automatische Ereigniserkennung. Mehrere Lösungen können sich deshalb sinnvoll ergänzen.

Lösung Wie entsteht eine Meldung? Typischer Nutzen Wichtige Grenze
Klassische Rufanlage Eine Person löst den Ruf aktiv aus Direkte Anforderung von Hilfe Die Person muss den Ruf selbst auslösen können
Wearable-Notruf Aktiv per Taste oder je nach Gerät automatisch Kann auch außerhalb eines einzelnen Zimmers eingesetzt werden Muss getragen, geladen und korrekt verwendet werden
Sensormatte Reagiert auf eine Druckveränderung Hinweis auf Aufstehen oder Bettverlassen Erkennt in der Regel nicht den Sturz selbst
Bettsensor Erfasst Anwesenheit oder Bewegungen am Bett Unterstützung bei relevantem Bettverlassen Erfassung beschränkt sich auf den Bettbereich
KI-Raumassistenz Erkennt konfigurierte Ereignisse passiv im Raum Stürze, Hilferufe sowie Bett- und Raumverlassen Erfasst nur ausgestattete Bereiche und benötigt eine passende Konfiguration

Eine Sensormatte ist nicht automatisch eine Sturzerkennung. Sie kann auf das Verlassen des Bettes hinweisen, erkennt aber in der Regel nicht, ob eine Person anschließend gestürzt ist. Eine KI-Raumassistenz kann dagegen verschiedene Situationen innerhalb des ausgestatteten Raums erkennen.

Eine vertiefende Einordnung der technischen Ansätze bietet der Beitrag Automatische Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen erklärt.

Welche Routineaufgaben kann Livy Care zusätzlich vereinfachen?

Neben der Ereigniserkennung kann Livy Care ausgewählte Schritte bei der Vitaldatenerfassung und Pflegedokumentation vereinfachen. Dafür werden kompatible Messgeräte und geeignete Schnittstellen benötigt. Die technische Übertragung ersetzt weder die fachliche Bewertung auffälliger Werte noch ergänzende pflegerische Beobachtungen.

Bei einer herkömmlichen Vitaldatenerfassung entstehen mehrere Arbeitsschritte. Pflegekräfte führen die Messung durch, lesen den Wert ab, übertragen ihn in die Pflegedokumentation und prüfen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Medienbrüche können dabei zusätzliche Zeit beanspruchen und Übertragungsfehler begünstigen.

Kompatibel erfasste Werte können automatisiert an eine angebundene Pflegedokumentation übertragen werden. Dadurch entfallen ausgewählte Ablese- und Übertragungsschritte. Auffällige Werte müssen weiterhin durch das Pflegepersonal geprüft und eingeordnet werden.

Eine wissenschaftlich begleitete Praxisauswertung der Seniorenzentren Linz zeigt auch Entlastungspotenziale bei der Vitaldatenerfassung. Beim kontinuierlichen Glukosemonitoring wurde ein Zeitgewinn von rund zehn Stunden pro Bewohnerin oder Bewohner und Monat ermittelt. Die Ergebnisse der Seniorenzentren Linz beziehen sich auf den untersuchten Einsatzkontext und lassen sich nicht pauschal auf andere Einrichtungen übertragen.

Was leistet Livy Care und was nicht?

Livy Care unterstützt Pflegekräfte durch passive Ereigniserkennung, gezielte Alarmweiterleitung und die mögliche Übertragung kompatibel erfasster Vitaldaten. Die KI-Raumassistenz liefert zusätzliche Informationen aus ausgestatteten Räumen. Sie ersetzt weder die persönliche Prüfung einer Situation noch die pflegerische Einschätzung oder Versorgung.

Livy Care kann:

  • konfigurierte Stürze und Hilferufe erkennen
  • Bett- und Raumverlassen melden
  • individuell definierte Situationen erkennen
  • Meldungen an angebundene Endgeräte oder Rufsysteme weiterleiten
  • kompatible Geräte zur Vitaldatenerfassung anbinden
  • ausgewählte Erfassungs- und Dokumentationsschritte reduzieren
  • nachvollziehbare Ereignis- und Reaktionsdaten bereitstellen

Voraussetzungen und Grenzen:

  • Livy Care erkennt konfigurierte Ereignisse nur in ausgestatteten Bereichen.
  • Die Funktionen müssen zum Raum und zum individuellen Unterstützungsbedarf passen.
  • Alarmwege, Zuständigkeiten und Eskalationsstufen müssen festgelegt sein.
  • Datenverbindung, Endgeräte und angebundene Systeme müssen verfügbar sein.
  • Fehlalarme und nicht erkannte Ereignisse können nicht vollständig ausgeschlossen werden.
  • Nicht jede persönliche Kontrolle kann durch eine Ereignismeldung ersetzt werden.
  • Auffällige Vitalwerte müssen weiterhin fachlich bewertet werden.
  • Livy Care ersetzt keine pflegerische Einschätzung und keine Aufsichtspflicht.

Welche Voraussetzungen sollten Einrichtungen vor der Einführung prüfen?

Vor der Einführung sollten Einrichtungen nicht nur Funktionen und Anschaffungskosten vergleichen. Entscheidend ist der gesamte Ablauf vom erkannten Ereignis bis zur Reaktion. Dazu gehören Bewohnerauswahl, Alarmwege, technische Infrastruktur, Datenschutz, Verantwortlichkeiten, Schulungen und der Umgang mit technischen Ausfällen.

Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst die Technik auszuwählen und erst anschließend die Prozesse anzupassen. Sinnvoller ist es, zunächst die konkrete Herausforderung im Nachtdienst zu definieren. Erst danach lässt sich prüfen, welche Funktion und welcher Alarmweg dafür geeignet sind.

Ein Testbetrieb sollte deshalb nicht nur die Erkennungsfunktion bewerten. Er muss auch zeigen, ob Meldungen die richtigen Personen erreichen, ob die Informationen verständlich sind und ob das Team angemessen reagieren kann.

Checkliste: Pflegeassistenz im Nachtdienst einführen

  • Konkrete Belastung oder Versorgungslücke im Nachtdienst definieren
  • Bestehende Kontrollgänge und Alarmwege dokumentieren
  • Relevante Ereignisse je Bewohnerin oder Bewohner festlegen
  • Auszustattende Zimmer und Erkennungsbereiche bestimmen
  • Vorhandene Rufanlagen, Endgeräte und Schnittstellen prüfen
  • Zuständigkeiten und Eskalationsstufen festlegen
  • Datenschutz, Einwilligungen und Informationspflichten klären
  • Vorgehen bei Verbindungs- oder Geräteausfällen definieren
  • Pflegekräfte vor dem Testbetrieb schulen
  • Fehlalarme und nicht erkannte Ereignisse dokumentieren
  • Auswirkungen auf Laufwege und Kontrollgänge auswerten
  • Konfiguration regelmäßig an veränderte Bedarfe anpassen

Häufige Fragen

Müssen Bewohnerinnen und Bewohner Livy Care aktiv bedienen?

Nein. Livy Care erkennt konfigurierte Ereignisse passiv innerhalb ausgestatteter Räume. Bewohnerinnen und Bewohner müssen dafür kein Wearable tragen und keinen Notruf selbst auslösen. Eine zusätzliche aktive Hilferufmöglichkeit kann dennoch sinnvoll sein. Welche Auslösearten benötigt werden, hängt vom individuellen Unterstützungsbedarf und vom Versorgungskonzept der Einrichtung ab.

Kann Livy Care vorhandene Kontrollgänge vollständig ersetzen?

Nein. Livy Care kann feste Kontrollgänge durch ereignisbasierte Meldungen ergänzen. Ob Häufigkeit oder Ablauf persönlicher Kontrollen angepasst werden können, muss die Einrichtung anhand des individuellen Unterstützungsbedarfs, der Pflegeplanung und ihrer organisatorischen Pflichten entscheiden. Die KI-Raumassistenz ersetzt keine persönliche Versorgung, pflegerische Einschätzung oder Aufsichtspflicht.

Welche technische Infrastruktur wird für Livy Care benötigt?

Die erforderliche Infrastruktur hängt von den gewünschten Funktionen und Alarmwegen ab. Benötigt werden eine fachgerechte Installation, eine stabile Datenverbindung und geeignete Endgeräte oder angebundene Rufsysteme. Schnittstellen zur Pflegedokumentation und zu Vitaldatengeräten müssen vor der Einführung technisch sowie organisatorisch geprüft werden.

Was passiert, wenn Livy Care ein Ereignis meldet?

Nach einem erkannten Ereignis sendet Livy Care eine Meldung an die dafür vorgesehenen Endgeräte oder Rufsysteme. Die zuständige Pflegekraft prüft die Situation persönlich und entscheidet über die notwendige Maßnahme. Einrichtungen müssen vorab regeln, wer Meldungen erhält und wie bei ausbleibender Bestätigung oder technischen Störungen eskaliert wird.

Wie sollten Einrichtungen mit Fehlalarmen umgehen?

Fehlalarme sollten dokumentiert und systematisch ausgewertet werden. Häufen sie sich in einem bestimmten Zimmer, müssen Sensorposition, Raumkonfiguration, Ereigniseinstellungen und Arbeitsabläufe geprüft werden. Ziel ist eine Einstellung, die relevante Situationen erkennt, ohne das Team unnötig zu belasten. Anpassungen sollten nachvollziehbar dokumentiert und regelmäßig überprüft werden.

Wie wird der Datenschutz beim Einsatz berücksichtigt?

Vor dem Einsatz müssen Einrichtungen prüfen, welche Daten verarbeitet werden, wer darauf zugreifen darf und wie lange sie gespeichert werden. Auch Verantwortlichkeiten, Informationspflichten und gegebenenfalls erforderliche Einwilligungen müssen geklärt sein. Die technische Lösung ist dabei nur ein Teil des Datenschutzkonzepts. Entscheidend ist die konkrete Einbindung in die Abläufe der Einrichtung.

Fazit

Digitale Pflegeassistenzsysteme können den Nachtdienst entlasten, indem sie definierte Ereignisse erkennen und Pflegekräfte gezielt informieren. Livy Care ergänzt feste Kontrollgänge durch passive Ereigniserkennung und kann ausgewählte Schritte bei der Vitaldatenerfassung vereinfachen. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Konfiguration, zuverlässige Alarmwege, geschulte Pflegekräfte und klare Zuständigkeiten. Die Technik unterstützt den Pflegeprozess, übernimmt aber keine pflegerischen Entscheidungen.

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