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Was ist Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen?

Geschrieben von Sonja Imbroglia | Jun 25, 2026 8:47:34 AM

Wie moderne Technologien Sicherheit erhöhen und Stürze frühzeitig sichtbar machen

Stürze gehören zu den häufigsten Gesundheitsrisiken in Pflegeeinrichtungen. Sie können Verletzungen, Krankenhausaufenthalte und langfristige Einschränkungen der Mobilität nach sich ziehen. Für Einrichtungen bedeuten sie gleichzeitig einen hohen personellen und organisatorischen Aufwand. Neben der Akutversorgung entstehen zusätzlicher Dokumentationsaufwand, Abstimmungen mit Angehörigen sowie erhöhte Anforderungen an Qualitätsmanagement und Risikomanagement. Umso wichtiger ist es, Stürze möglichst früh zu erkennen und Risiken bereits im Vorfeld sichtbar zu machen. Moderne Technologien zur Sturzerkennung unterstützen dabei, Sturzereignisse automatisch zu erkennen und Hilfe schneller einzuleiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Moderne Sturzerkennung erkennt Sturzereignisse automatisch und informiert Pflegekräfte in Echtzeit.
  • Nicht jeder Bewohner kann nach einem Sturz selbst Hilfe rufen – automatische Erkennung verkürzt die Zeit bis zur Unterstützung.
  • Moderne Systeme kombinieren Sensorik, automatisierte Alarmierung und intelligente Auswertung
  • Eine niedrige Fehlalarmrate ist entscheidend für die Akzeptanz im Pflegealltag.
  • KI-Raumassistenz erweitert die klassische Sturzerkennung um die frühzeitige Erkennung von Risikomustern und unterstützt die Sturzprävention.

Was ist Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen?

Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen bezeichnet Technologien, die Sturzereignisse automatisch erkennen und Pflegekräfte alarmieren, ohne dass Bewohner selbst einen Notruf auslösen müssen. Ziel ist es, die Zeit zwischen einem Sturz und der Hilfeleistung zu verkürzen und das Notfallmanagement in Pflegeeinrichtungen zu verbessern.

Warum ist Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen wichtig?

Nicht jeder Bewohner kann nach einem Sturz selbstständig Hilfe anfordern. Besonders nachts oder in unbeobachteten Situationen können Stürze zunächst unbemerkt bleiben.

Je länger eine Person nach einem Sturz ohne Unterstützung bleibt, desto höher können die gesundheitlichen Folgen sein. Deshalb zählt die schnelle Erkennung von Sturzereignissen zu den wichtigsten Anforderungen moderner Sicherheitssysteme in Pflegeeinrichtungen.

Vorteile einer automatischen Sturzerkennung für Einrichtungen:
  • Schnellere Hilfe nach einem Sturz und kürzere Reaktionszeiten
  • Mehr Sicherheit für Bewohner und Patienten
  • Entlastung von Pflegekräften durch automatische Alarmierung
  • Lückenlose Dokumentation von Sturzereignissen
  • Mehr Transparenz für Qualitäts- und Risikomanagement

Wie funktioniert moderne Sturzerkennung?

Die Sturzerkennung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Während früher ausschließlich Bewohner selbst Hilfe anfordern konnten, erkennen moderne Systeme Stürze heute automatisch und alarmieren Pflegekräfte in Echtzeit.

Entwicklung der Sturzerkennung

Technologie

Funktionsweise

Herausforderung

Rufanlagen

Bewohner lösen den Notruf selbst aus. Bis heute Standard in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern.

Bewohner müssen nach einem Sturz noch in der Lage sein, den Notruf zu betätigen. Nicht immer in Reichweite.

Tragbare Systeme (Wearables)

Notrufarmbänder oder Anhänger ermöglichen eine mobile Alarmierung. Einige Systeme erkennen Stürze automatisch an der Geschwindigkeit des Sturzes.

Die Geräte müssen immer getragen und regelmäßig geladen werden. Die automatische Erkennung ist oft nicht zuverlässig genug

Kontaktlose Sturzerkennung

Sensoren erkennen Sturzereignisse im Raum automatisch, ohne dass Bewohner ein Gerät tragen müssen.

Die Erkennungsqualität hängt von der eingesetzten Technologie und den Algorithmen des jeweiligen Anbieters ab.


Datenerfassung durch Sensorik
Damit ein Sturz automatisch erkannt werden kann, müssen zunächst relevante Informationen erfasst werden. Moderne Systeme nutzen dafür je nach Anbieter unterschiedliche Sensoren, beispielsweise Radar- oder Bildsensoren.

Die KI-Raumassistenz von Livy Care kombiniert Radar- und Bildsensorik mit intelligenter KI-Auswertung. Dadurch ergänzen sich die Stärken der einzelnen Technologien und Sturzereignisse können besonders zuverlässig erkannt werden.

Ereigniserkennung
Je nach eingesetzter Technologie erfolgt die Ereigniserkennung auf unterschiedliche Weise. Manche Systeme erkennen einen Sturz anhand von Beschleunigung oder Fallgeschwindigkeit, andere analysieren Bewegungs- und Positionsdaten.

Die Sturzerkennung von Livy Care basiert auf einer kontinuierlichen Analyse des Raumes. Erkennt das System eine Person in liegender Position auf dem Boden, wird dies automatisch als Sturzereignis bewertet, unabhängig davon, wie schnell oder langsam der Sturz erfolgt ist.

Automatische Alarmierung
Wird ein Sturz erkannt, werden Pflegekräfte automatisch informiert. Wie die Alarmierung erfolgt, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Einrichtung ab.

Die KI-Raumassistenz von Livy Care lässt sich in vorhandene Prozesse integrieren und kann Alarme flexibel über Smartphones, DECT-Telefone oder bestehende Rufanlagen weiterleiten.

Automatisierte Dokumentation
Nach einem Sturz beginnt für Pflegekräfte nicht nur die Versorgung des Bewohners, sondern auch die Dokumentation des Ereignisses.

Moderne Lösungen können diesen Prozess unterstützen. Bei Livy Care wird nach einem erkannten Sturz automatisch ein Sturzprotokoll vorbereitet. Informationen wie Datum, Uhrzeit oder Ort des Ereignisses werden bereits vorausgefüllt. Pflegekräfte ergänzen anschließend nur noch die pflegerischen Angaben.

Warum ist die Fehlalarmrate so wichtig?

Die Qualität einer Sturzerkennung zeigt sich nicht nur daran, ob ein Sturz erkannt wird, sondern auch daran, wie zuverlässig dies geschieht. Zu viele Fehlalarme führen zu unnötigen Unterbrechungen, zusätzlicher Belastung für Pflegekräfte und sinkender Akzeptanz der Technologie.

Deshalb zählt eine möglichst niedrige Fehlalarmrate zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer Lösung zur Sturzerkennung.

Die KI-Raumassistenz von Livy Care erreicht durch die Kombination verschiedener Technologien eine Fehlalarmquote von unter 1 %. Möglich wird dies durch die sogenannte Sensorfusion: Dadurch können die jeweiligen Stärken der Technologien genutzt und Schwächen einzelner Sensoren ausgeglichen werden. Das Ergebnis ist eine besonders zuverlässige Sturzerkennung mit einer sehr geringen Fehlalarmrate.

Was ist der Unterschied zwischen Sturzerkennung und Sturzprävention?

Kurz: Sturzerkennung und Sturzprävention verfolgen unterschiedliche Ziele.

Sturzerkennung

Sturzprävention

Erkennt einen bereits erfolgten Sturz

Erkennt Risiken vor einem möglichen Sturz

Fokus auf schnelle Hilfeleistung

Fokus auf Risikoreduzierung

Reaktive Unterstützung

Vorausschauende Unterstützung

Ereignisorientiert

Entwicklungsorientiert

Moderne Versorgungskonzepte kombinieren beide Ansätze, um Sicherheit und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Sturzprävention durch intelligente Assistenz:

Die klassische Sturzerkennung reagiert, wenn ein Sturz bereits passiert ist. Moderne Lösungen, wie KI-Raumassistenz, erkennt nicht nur Sturzereignisse, sondern auch Situationen, die auf ein erhöhtes Sturzrisiko hindeuten können.

Präventive Alarme im Pflegealltag
Bereits vor einem möglichen Sturz können Situationen erkannt werden, in denen Bewohner Unterstützung benötigen. Dazu gehören beispielsweise:

  • das Verlassen des Bettes oder des Zimmers bei erhöhtem Sturzrisiko,
  • das Sitzen an der Bettkante,
  • ein nächtlicher Toilettengang ohne anschließende Rückkehr ins Bett.

In solchen Situationen informiert das System Pflegekräfte ebenfalls automatisch und in Echtzeit. Aus der reinen Ereigniserkennung werden so präventive Alarme, die helfen können, Stürze zu vermeiden.

Veränderungen frühzeitig erkennen
Viele Stürze entstehen nicht plötzlich. Häufig kündigen sie sich durch schleichende Veränderungen an, die im Alltag kaum auffallen. Dazu gehören beispielsweise:

  • nachlassende Mobilität,
  • veränderte Lauftendenzen,
  • häufigeres nächtliches Aufstehen,
  • reduzierte Aktivität oder längere Aufenthaltszeiten im Bett.

Die KI-Raumassistenz von Livy Care analysiert diese Entwicklungen kontinuierlich im zeitlichen Verlauf. Dadurch können Pflegekräfte Veränderungen frühzeitig erkennen und präventive Maßnahmen einleiten, bevor es zu einem Sturz kommt.

Worauf sollten Einrichtungen bei der Auswahl einer Lösung achten?

Die Sturzerkennung ist nur ein Baustein eines modernen digitalen Pflegeassistenzsystems. Worauf Einrichtungen bei der Auswahl einer passenden Lösung achten sollten und welche Kriterien wirklich entscheidend sind, erfahren Sie in unserem Leitfaden 👉 „Digitale Pflegeassistenzsysteme 2026 richtig wählen“.

FAQ – Häufige Fragen zur Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen

Wie funktioniert automatische Sturzerkennung?
Automatische Sturzerkennung nutzt Sensorik und intelligente Auswertungsverfahren, um Sturzereignisse selbstständig zu erkennen und Pflegekräfte automatisch in Echtzeit zu alarmieren.

Welche Technologien werden zur Sturzerkennung eingesetzt?
Zum Einsatz kommen unter anderem Rufanlagen, tragbare Notrufsysteme (Wearables), kontaktlose Sensorik sowie KI-gestützte Assistenzsysteme. Je nach Technologie unterscheiden sich Erkennungsqualität, Fehlalarmrate und Integrationsmöglichkeiten.

Was ist der Unterschied zwischen Sturzerkennung und Sturzprävention?
Sturzerkennung reagiert auf einen bereits erfolgten Sturz. Sturzprävention verfolgt das Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen und Stürze möglichst zu vermeiden. Moderne KI-Raumassistenz verbindet beide Ansätze.

Sind moderne Systeme DSGVO-konform?
Seriöse Anbieter entwickeln ihre Lösungen DSGVO-konform und verfügen über umfassende Datenschutz- und Sicherheitskonzepte. Einrichtungen sollten zusätzlich auf den Serverstandort, Zertifizierungen und transparente Datenschutzkonzepte achten.

Können bestehende Rufanlagen integriert werden?
Viele moderne Lösungen lassen sich in bestehende Rufanlagen integrieren. Die konkreten Möglichkeiten hängen jedoch vom jeweiligen Anbieter und der vorhandenen Infrastruktur ab.

Fazit

Moderne Sturzerkennung ist heute weit mehr als die automatische Erkennung eines Sturzereignisses. Sie unterstützt Pflegekräfte dabei, schneller zu reagieren, Bewohner besser zu schützen und Abläufe im Notfallmanagement zu verbessern.

Mit der Kombination aus Sensorik, intelligenter Analyse und KI-Raumassistenz entwickelt sich Sturzerkennung zunehmend zu einem präventiven Assistenzsystem. Ereignisse werden nicht nur erkannt, sondern im Kontext bewertet und durch präventive Alarme sowie Mustererkennung ergänzt.

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