Welche KI-Lösungen gibt es für Pflegeheime? Überblick 2026

Pflegekraft am Bewohnerzimmer, KI-gestützte Ereigniserkennung im Pflegeheim


Das Wichtigste in Kürze

  • Im Pflegeheim lassen sich sechs zentrale KI-Anwendungsfelder unterscheiden: Pflegedokumentation, Ereigniserkennung, Vitaldaten- und Verlaufsanalyse, Dienst- und Einsatzplanung, Sprachassistenz sowie Qualitäts- und Prozessauswertung.
  • Besonders weit entwickelt sind KI-Lösungen für klar abgegrenzte Aufgaben in der Pflegedokumentation und Ereigniserkennung.
  • Andere Anwendungen sind verfügbar, benötigen aber häufig umfangreiche Datenbestände, Schnittstellen oder zusätzliche Prozessanpassungen.
  • Einsatzreife zeigt sich nicht in einer Produktdemo, sondern im zuverlässigen Zusammenspiel von Technik, Pflegeprozess und Verantwortlichkeiten.
  • KI unterstützt Pflegekräfte bei einzelnen Aufgaben. Sie ersetzt weder ihre fachliche Einschätzung noch die persönliche Versorgung.


KI-Lösungen für Pflegeheime sind 2026 in mehreren Anwendungsfeldern verfügbar, aber nicht alle sind gleich einsatzreif. Pflegedokumentation und ereignisbasierte Assistenz werden bereits in laufenden Pflegeprozessen eingesetzt. In anderen Feldern hängt der Nutzen stärker von Datenqualität, Schnittstellen und organisatorischen Voraussetzungen ab.

Was sind KI-Lösungen für Pflegeheime?

KI-Lösungen für Pflegeheime werten Sprache, Sensorsignale oder Datenverläufe aus und erzeugen daraus Hinweise oder Vorschläge. Entscheidend ist, ob eine Anwendung einen konkreten Pflegeprozess zuverlässig unterstützt und ihre Ergebnisse überprüfbar sind.

Nicht jede Automatisierung benötigt KI. Eine feste Regel kann beispielsweise eine Warnung auslösen, wenn ein Messwert einen definierten Grenzwert überschreitet. KI-gestützte Anwendungen können dagegen unstrukturierte Sprache verarbeiten, Datenquellen gemeinsam auswerten oder Muster erkennen. Anbieter sollten offenlegen, welche Funktionen KI verwenden und welche regelbasiert arbeiten.

Nach welchen Kriterien lässt sich die Einsatzreife bewerten?

Eine KI-Lösung ist einsatzreif, wenn sie technisch funktioniert und dauerhaft in einen verantwortbaren Pflegeprozess eingebunden werden kann. Funktion, Integration, Datenqualität, Zuständigkeiten und Ausfallkonzept müssen zusammenpassen. Ein Pilotbetrieb kann dies für den konkreten Einsatzkontext prüfen.

Für die folgende Marktübersicht werden drei Reifegrade unterschieden:

  • Im Regelbetrieb erprobt: Lösungen werden bereits dauerhaft in Pflegeeinrichtungen eingesetzt.
  • Bedingt regelbetriebsfähig: Lösungen sind verfügbar, ihr Nutzen hängt jedoch stark von Daten, Schnittstellen oder Organisation ab.
  • Überwiegend Pilot und Entwicklung: Es liegen erst begrenzt übertragbare Erfahrungen aus dem dauerhaften Betrieb vor.

Die Einordnung ist eine redaktionelle Bewertung, keine Produktzertifizierung oder vollständige Marktanalyse.

Welche KI-Anwendungsfelder gibt es im Pflegeheim?

Im Pflegeheim lassen sich sechs zentrale KI-Anwendungsfelder unterscheiden. Besonders weit entwickelt sind Anwendungen für häufige und klar abgrenzbare Arbeitsschritte. Mit der Zahl der Datenquellen und einbezogenen Entscheidungen steigen meist die Anforderungen an Integration und Kontrolle.

Der ZQP-Report Pflege und digitale Technik dient als fachlicher Referenzrahmen zu Entwicklungsstand, Anforderungen und Umsetzung digitaler Technologien. Die sechs folgenden Anwendungsfelder sind eine eigene redaktionelle Systematik für KI-Lösungen.

Anwendungsfeld Unterstützte Aufgabe Redaktionelle Einordnung 2026 Zentrale Voraussetzung
KI-gestützte Pflegedokumentation Sprache verarbeiten, Einträge strukturieren und Formulierungen vorschlagen Im Regelbetrieb erprobt Anbindung an die Pflegedokumentation und fachliche Prüfung
Ereigniserkennung im Bewohnerzimmer Stürze, Hilferufe sowie konfiguriertes Bett- und Raumverlassen erkennen Im Regelbetrieb erprobt Geeignete Sensorik, individuelle Konfiguration und geregelte Alarmwege
Vitaldaten- und Verlaufsanalyse Messwerte übertragen, Verläufe darstellen und Auffälligkeiten kennzeichnen Bedingt regelbetriebsfähig Kompatible Messgeräte, vollständige Daten und definierte Reaktionen
Dienst- und Einsatzplanung Personalbedarf, Dienste oder Arbeitsverteilung berechnen und vorschlagen Bedingt regelbetriebsfähig Aktuelle Planungsdaten, verbindliche Regeln und menschliche Freigabe
Sprachassistenz und Kommunikation Übersetzen, Informationen aufbereiten und Kommunikation unterstützen Bedingt regelbetriebsfähig Kontrollierte Inhalte, Datenschutz und klar begrenzte Einsatzfälle
Qualitäts- und Prozessauswertung Muster in Ereignis-, Prozess- oder Qualitätsdaten sichtbar machen Überwiegend Pilot und Entwicklung Einheitliche Datengrundlage und fachlich definierte Kennzahlen


Wie einsatzreif ist KI-gestützte Pflegedokumentation?

Anwendungen können gesprochene Inhalte in Text umwandeln, Einträge strukturieren oder Formulierungen vorschlagen. Die Inhalte müssen vor der Übernahme fachlich geprüft werden. Muss der erzeugte Text anschließend manuell in die Pflegedokumentation übertragen werden, entsteht ein zusätzlicher Arbeitsschritt. Der Nutzen hängt deshalb stark von der Integration ab.

Das Bundesministerium für Gesundheit verfolgt in seiner Digitalisierungsstrategie das Ziel, dass 2028 mehr als 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen KI-gestützte Dokumentation aktiv nutzen. Das politische Ziel belegt nicht die Praxistauglichkeit jeder Anwendung.

Wie einsatzreif ist KI-gestützte Ereigniserkennung?

KI-gestützte Ereigniserkennung wertet Sensorsignale aus ausgestatteten Räumen aus und meldet definierte Ereignisse wie Stürze, Hilferufe sowie Bett- und Raumverlassen. Pflegekräfte prüfen die Situation persönlich und entscheiden über die Unterstützung.

Im Projekt „Digitales Pflegeheim“ der Seniorenzentren Linz wurden mehrere digitale Anwendungen gleichzeitig eingeführt, darunter Sensorik im Bewohnerzimmer, Spracherkennung für die Dokumentation und telemedizinische Anwendungen. Die wissenschaftliche Begleitung durch die FH Oberösterreich weist für zwei Häuser einen Rückgang der Kontroll- und Routinetätigkeiten von rund 44 auf etwa 19 Stunden pro Woche aus. Das entspricht rund 57 Prozent.

Das in Linz eingesetzte Assistenzsystem ist Livy Care. Die Zahl stammt damit aus einem Projekt mit Beteiligung der HUM Systems GmbH. Sie beschreibt die Wirkung des Gesamtprojekts und lässt sich weder Livy Care allein zurechnen noch ungeprüft auf andere Einrichtungen übertragen.

Wie die digitalen Anwendungen in Linz in die Pflegeabläufe integriert wurden und welche Ergebnisse dabei erzielt wurden, zeigt der Referenzbericht "Digitalisiertes Pflegeheim: 25 Stunden weniger Kontroll- und Routineaufwand pro Woche und Wohnbereich"

Erkennungsbereich, Alarmwege und Konfiguration müssen zum Versorgungskonzept passen. Einen technischen Vergleich bietet der Überblick zur automatischen Sturzerkennung in Pflegeeinrichtungen.

Wie einsatzreif sind Vitaldatenanalyse und Einsatzplanung?

Vitaldaten können mit kompatiblen Geräten automatisiert erfasst und übertragen werden. KI-gestützte Verlaufsanalysen sollen Auffälligkeiten sichtbar machen. Ein gekennzeichneter Wert ist jedoch keine Diagnose. KI-gestützte Planung kann Dienste oder Einsätze berechnen, benötigt dafür aber aktuelle Angaben zu Qualifikationen, Verfügbarkeiten und Regeln. Fachliche Prüfung und Freigabe bleiben menschliche Aufgaben. 

Wie einsatzreif sind Sprachassistenz und Qualitätsauswertung?

Sprachassistenz kann Informationen vereinfachen, übersetzen oder zusammenfassen. Relevante Inhalte dürfen nicht ungeprüft übernommen werden. Qualitätsauswertungen zeigen Muster in Prozessdaten, benötigen aber eine vollständige Datengrundlage und fachliche Einordnung.

Wie unterscheiden sich KI-Lösungen von Pflegesoftware und Rufanlagen?

Pflegesoftware verwaltet Informationen. Eine Rufanlage übermittelt einen aktiv oder technisch ausgelösten Ruf. Eine KI-gestützte Anwendung verarbeitet Sprache, Messwerte oder Sensorsignale und erzeugt daraus Hinweise, Meldungen oder Vorschläge.

Kriterium Pflegesoftware Rufanlage KI-gestützte Anwendung
Hauptaufgabe Informationen verwalten und dokumentieren Rufe weiterleiten Informationen auswerten und Hinweise erzeugen
Typischer Auslöser Eingabe durch Mitarbeitende Knopfdruck, Zugtaster oder technischer Kontakt Sprache, Messdaten oder Sensorsignale
Automatischer Schritt Speichern und regelbasiert verarbeiten Ruf an die zuständige Stelle senden Erkennen, strukturieren oder Vorschlag erzeugen
Menschliche Aufgabe Inhalte erfassen und einordnen Ruf bearbeiten Ergebnis prüfen und Entscheidung treffen
Einbindung Häufig führendes Bestandssystem Teil der Alarmierungsinfrastruktur Ergänzung über Schnittstellen

Die Kategorien können sich überschneiden. Pflegesoftware kann KI-Funktionen enthalten und eine KI-Anwendung eine vorhandene Rufanlage nutzen. Einrichtungen müssen klären, welches System die führenden Daten enthält und wie der Prozess bei einer Störung weiterläuft.

Woran scheitern KI-Projekte im Pflegeheim?

KI-Projekte scheitern häufig nicht an der einzelnen Funktion, sondern an einer unklaren Aufgabenstellung oder fehlenden Prozesseinbindung. Wird zuerst ein Produkt ausgewählt und erst danach nach einem Einsatzproblem gesucht, lässt sich der Nutzen kaum bewerten. Zusätzliche Arbeitsschritte können eine technisch funktionierende Lösung im Alltag unbrauchbar machen.

Häufige Ursachen sind:

  • Das zu lösende Problem wurde nicht messbar beschrieben.
  • Die Anwendung überträgt Daten nicht in das vorhandene Bestandssystem.
  • Netzwerk, mobile Endgeräte oder notwendige Schnittstellen fehlen.
  • Zuständigkeiten für Prüfung, Konfiguration und Störungen sind ungeklärt.
  • Pflegekräfte werden erst nach der Produktauswahl einbezogen.
  • Der Pilot bewertet nur die Technik und nicht den gesamten Arbeitsprozess.

Vor dem Pilotbetrieb sollten Erfolgskriterien definiert werden. Je nach Anwendung können Bearbeitungszeit, notwendige Nacharbeit, Fehlmeldungen, Reaktionsabläufe, Akzeptanz und technische Ausfälle relevant sein.

Ein Pilot ist erfolgreich, wenn er eine belastbare Entscheidung ermöglicht. Diese kann auch lauten, die Anwendung anzupassen oder nicht weiter einzusetzen.

Wie funktioniert KI-gestützte Ereigniserkennung mit Livy Care?

Livy Care, die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH, erkennt Stürze, Hilferufe sowie konfiguriertes Bett- und Raumverlassen. Das deckenmontierte System arbeitet passiv im ausgestatteten Raum und leitet Meldungen an angebundene Endgeräte oder Rufsysteme weiter. Ein Wearable oder selbst ausgelöster Notruf ist dafür nicht erforderlich.

Wird im Zimmer gefilmt?

Im Regelbetrieb findet keine dauerhafte Aufzeichnung des Alltags statt. Livy Care nutzt Computer Vision und weitere Sensordaten, um konfigurierte Situationen zu erkennen. Die Auswertung für die Ereigniserkennung erfolgt auf dem Gerät. Bild- oder Tonaufnahmen des Alltags werden im Regelbetrieb nicht dauerhaft gespeichert.

Pflegekräfte prüfen jede gemeldete Situation und entscheiden über die Unterstützung. Welche Funktionen aktiv sind, richtet sich nach dem individuellen Bedarf und muss bei Veränderungen überprüft werden.

Weitere Anforderungen zeigt der Leitfaden zur Auswahl digitaler Pflegeassistenzsysteme. Konkrete Einsatzfelder finden Sie unter KI-Raumassistenz für die stationäre Pflege, weitere Erfahrungen unter Livy Care im Praxiseinsatz. 

Was leistet Livy Care und was nicht?

Livy Care unterstützt die Erkennung konfigurierter Ereignisse und die Weiterleitung entsprechender Meldungen. Zusätzlich können kompatible Geräte zur Vitaldatenerfassung angebunden und ausgewählte Daten über vorhandene Schnittstellen übertragen werden. Livy Care beurteilt jedoch weder den gesamten Pflegebedarf noch die Ursache oder gesundheitliche Folge eines Ereignisses.

Livy Care kann:

  • konfigurierte Sturzereignisse und Hilferufe erkennen
  • Bett- und Raumverlassen melden
  • Meldungen an angebundene Endgeräte oder Rufsysteme weiterleiten
  • kompatible Geräte zur Vitaldatenerfassung anbinden
  • ausgewählte Daten über vorhandene Schnittstellen übertragen

Voraussetzungen und Grenzen:

  • Livy Care erkennt konfigurierte Ereignisse nur in ausgestatteten Bereichen.
  • Funktionen und Einstellungen müssen zum Raum und Unterstützungsbedarf passen.
  • Datenverbindung, Endgeräte und angebundene Systeme müssen verfügbar sein.
  • Fehlmeldungen und nicht erkannte Ereignisse lassen sich nicht vollständig ausschließen.
  • Alarmwege, Zuständigkeiten und Eskalationsstufen müssen organisatorisch geregelt sein.
  • Livy Care ersetzt keine pflegerische Einschätzung und keine Aufsichtspflicht.

Wie ereignisbasierte Meldungen in einer konkreten Schicht eingesetzt werden können, erklärt der Beitrag zur Entlastung im Nachtdienst durch digitale Pflegeassistenzsysteme.

Was müssen Pflegeheime beim Datenschutz beachten?

Vor dem Einsatz müssen Zweck, Datenarten, Rechtsgrundlage, Zugriffsrechte, Informationspflichten, Löschfristen und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Die Bewertung muss die aktivierten Funktionen und angebundenen Systeme berücksichtigen.

Bewohnerinnen und Bewohner sowie gegebenenfalls gesetzliche Vertretungen müssen verständlich informiert werden. Datenschutzbeauftragte, Bewohnervertretung und Mitarbeitendenvertretung sollten früh eingebunden werden. Je nach Risiko kann eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich sein.

Ein Testat für eine Cloud-Infrastruktur ist keine Zertifizierung des gesamten Produkts. Einrichtungen sollten sich Datenflüsse, Speicherorte, Berechtigungen und Unterauftragnehmer konkret erläutern lassen.

Ob eine Einwilligung erforderlich ist, hängt von Zweck, Daten, Funktionen und Rechtsgrundlage ab. Die konkrete Konfiguration muss im Einzelfall datenschutzrechtlich und bei Bedarf juristisch geprüft werden.

Wie lassen sich KI-Lösungen im Pflegeheim finanzieren?

Für KI-Lösungen gibt es keinen einheitlichen Finanzierungsweg. Je nach Anwendung können Investitionskosten, laufende Betriebskosten, Eigenmittel oder Förderprogramme relevant sein. Einrichtungen sollten Hardware, Software, Einrichtung, Schnittstellen, Schulung und Support getrennt kalkulieren, bevor sie Angebote vergleichen.

Der GKV-Spitzenverband stellt Informationen und Antragsunterlagen zur Digitalisierungsförderung nach § 8 Absatz 8 SGB XI bereit. Ob eine konkrete Maßnahme förderfähig ist, entscheidet die zuständige Pflegekasse anhand der jeweils geltenden Voraussetzungen.

Neben der Anschaffung müssen Einrichtungen auch laufende Kosten für Lizenzen, Wartung, Support, Ersatzgeräte und Schnittstellen berücksichtigen. Eine ausführliche Einordnung der möglichen Kostenbestandteile, Fördervoraussetzungen und Finanzierungswege bietet der Leitfaden zur Finanzierung KI-gestützter Sturzerkennung im Pflegeheim.

Checkliste: Wie wählen Pflegeheime eine erste KI-Anwendung aus?

Die Auswahl sollte mit einem häufigen und klar abgrenzbaren Problem beginnen. Einrichtungen müssen festlegen, welcher Prozess verbessert werden soll und woran sich eine Veränderung erkennen lässt. Erst danach können sie das passende Anwendungsfeld, notwendige Voraussetzungen und geeignete Lösungen bestimmen.

Checkliste: In sechs Schritten zur ersten KI-Anwendung

  • Problem, betroffenen Prozess und gewünschtes Ergebnis definieren
  • Zuständigkeiten und messbare Bewertungskriterien festlegen
  • Passendes Anwendungsfeld auswählen
  • Bestandssysteme, Netzwerk, Endgeräte und Schnittstellen prüfen
  • Pflegekräfte, IT, Datenschutz und Mitarbeitendenvertretung einbinden
  • Übertragbarkeit auf weitere Wohnbereiche oder Einrichtungen bewerten

Auch ein erfolgreicher Pilot sollte nicht automatisch auf die gesamte Einrichtung übertragen werden. Andere Wohnbereiche können abweichende Abläufe, Bewohnerbedarfe oder technische Voraussetzungen haben.

Häufige Fragen zu KI-Lösungen im Pflegeheim

Ersetzt KI Pflegekräfte im Pflegeheim?

Nein. KI kann Informationen auswerten, Texte vorbereiten oder Ereignisse melden. Pflegekräfte prüfen die Ergebnisse und entscheiden über Maßnahmen. Persönliche Versorgung und pflegefachliche Verantwortung bleiben menschliche Aufgaben.

Wird bei KI-gestützter Ereigniserkennung im Zimmer gefilmt?

Das ist produktspezifisch zu prüfen. Bei Livy Care findet im Regelbetrieb keine dauerhafte Aufzeichnung des Alltags statt. Das deckenmontierte System nutzt Computer Vision und weitere Sensordaten. Die Ereigniserkennung erfolgt auf dem Gerät. Bild- oder Tonaufnahmen des Alltags werden im Regelbetrieb nicht dauerhaft gespeichert.

Müssen Bewohnerinnen und Bewohner einer KI-Anwendung zustimmen?

Das hängt von Datenverarbeitung, Zweck, Funktionen und Rechtsgrundlage ab. Eine Einwilligung muss informiert, freiwillig und widerrufbar sein. Bei nicht einwilligungsfähigen Personen ist die Rolle einer gesetzlichen Vertretung zu prüfen. Eine datenschutzrechtliche Einzelfallprüfung bleibt erforderlich.

Braucht eine KI-Lösung neue IT-Infrastruktur oder besseres WLAN?

Nicht zwingend. Vor dem Pilotbetrieb müssen Netzwerkabdeckung, Bandbreite, Endgeräte, Schnittstellen, Ausfallkonzept und Support geprüft werden. Ob Erweiterungen nötig sind, hängt von Funktionen, Datenwegen und Alarmierung ab.

Wie lässt sich der Nutzen einer KI-Lösung messen?

Kennzahlen müssen zum Problem passen. Relevant sind beispielsweise Bearbeitungszeit und Nacharbeit bei der Dokumentation oder Meldungsqualität, Reaktionsablauf und Routinetätigkeiten bei der Ereigniserkennung. Auch Ausfälle, Akzeptanz und neue Arbeitsschritte sollten erfasst werden.

Fazit: Was bedeutet das für Einrichtungen?

KI-Lösungen für Pflegeheime sind 2026 nicht in jedem Anwendungsfeld gleich weit entwickelt. Pflegedokumentation und Ereigniserkennung werden bereits in laufenden Pflegeprozessen eingesetzt. Andere Anwendungen benötigen häufig eine umfangreichere Datengrundlage oder stärkere Integration. Entscheidend ist nicht das Etikett KI, sondern die Eignung für ein konkretes Problem. Einrichtungen sollten Voraussetzungen prüfen, den Nutzen im Pilotbetrieb messen und Ergebnisse erst nach fachlicher Bewertung in weitere Bereiche übertragen.


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