Was leistet die Schnittstelle zwischen Connext Vivendi und Livy Care?

Ein Praxisbeispiel aus Linz zeigt das enormes Entlastungspotenzial durch die Schnittstelle zwischen Vivendi & Livy


Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schnittstelle zwischen Connext Vivendi und Livy Care überträgt Messwerte aus angebundenen Geräten in die Pflegedokumentation. Das erneute Eintippen entfällt.
  • Bei Blutdruckmessungen führt die Pflegekraft die Messung durch und ordnet das empfangene Ergebnis in der Livy Care App der richtigen Person zu.
  • Kontinuierliche Glukosewerte werden aus einem zugeordneten Blutzuckersensor ausgelesen und ohne Bestätigung jedes einzelnen Wertes übertragen.
  • Erkannte Stürze werden mit Zeitpunkt, Ereignistyp und Zimmer automatisch in Vivendi dokumentiert. Die Alarmierung erfolgt getrennt über Endgeräte oder die Rufanlage.
  • Die Anbindung ist bereits im Live-Betrieb im Einsatz. Ein Praxisbeispiel aus Linz zeigt das Entlastungspotenzial bei Messung und Dokumentation.

 

Livy Care, die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH, reduziert den Dokumentationsaufwand in Connext Vivendi durch die Übertragung erfasster Messwerte und die automatische Dokumentation erkannter Stürze. Pflegekräfte müssen Messwerte dadurch nicht aufschreiben und später eintippen. Für Einrichtungen, die bereits mit Vivendi arbeiten, ergänzt die Anbindung die vorhandenen Dokumentationsabläufe. Wie viel Zutun bei der Messwertübernahme erforderlich bleibt, hängt von der Messmethode ab.

Warum bleibt trotz digitaler Dokumentation manuelle Arbeit?

Eine digitale Pflegedokumentation erhält Messwerte nicht automatisch aus jedem Messgerät. Ohne entsprechende Anbindung müssen Pflegekräfte das Ergebnis ablesen und selbst eingeben. Auch bei einer direkten Dokumentation am Bett bleibt dieser Übertragungsschritt bestehen. Werden Werte zunächst notiert, kommen das Aufbewahren der Notizen und die spätere Eingabe hinzu.

Bei der Blutdruckmessung kann deshalb nach dem Ablegen der Manschette noch Arbeit offen sein. Der Wert liegt bereits digital auf dem Gerät vor, ist aber noch nicht in der Bewohnerakte angekommen. Eine Schnittstelle verbindet diese bisher getrennten Schritte. Ihr Nutzen entsteht dort, wo sie eine wiederkehrende Eingabe übernimmt und sich in die Abläufe des Pflegealltags einfügt.

Wie ergänzt Livy Care eine bestehende Vivendi-Dokumentation?

Livy Care verbindet angebundene Messgeräte mit Connext Vivendi. Der Deckensensor empfängt die Messwerte und überträgt sie nach der Bewohnerzuordnung über die Schnittstelle in die Pflegedokumentation. Einrichtungen können dadurch ihre vorhandene Vivendi-Dokumentation weiter nutzen und den Weg vom Messgerät zum dokumentierten Wert automatisieren. Die Verbindung wird bereits im Live-Betrieb eingesetzt.

Zusätzlich dokumentiert Livy Care erkannte Stürze automatisch mit Zeitpunkt, Ereignistyp und Zimmer direkt in Vivendi. Die Benachrichtigung zuständiger Pflegekräfte erfolgt getrennt über die eingerichteten Endgeräte oder die Rufanlage.

Wie werden Blutdruck- und Glukosewerte an Vivendi übertragen?

Ob einzelne Blutdruckmessung oder fortlaufende Glukosewerte: Die Schnittstelle zu Connext Vivendi ermöglicht die Übernahme von Daten aus unterschiedlichen Messverfahren in die bestehende Pflegedokumentation. Wie sich die Anbindung in den Arbeitsalltag einfügt und welche Handgriffe weiterhin erforderlich sind, zeigen die folgenden Beispiele:

Wie läuft die Blutdruckmessung ab?

Die Pflegekraft misst mit einem angebundenen Bluetooth-Blutdruckmessgerät. Livy Care empfängt das Ergebnis und liest den Wert laut vor. Anschließend wählt die Pflegekraft in der Livy Care App die zugehörige Bewohnerin oder den zugehörigen Bewohner aus. Das zugeordnete Ergebnis wird danach über die Schnittstelle in Connext Vivendi übernommen. Diese Auswahl ist wichtig, weil ein Messgerät nacheinander für unterschiedliche Personen eingesetzt werden kann.

Erfahrungen mit der Blutdruckmessung und automatisierten Dokumentation beschreibt der Praxisbericht „Digitales Pflegeheim“ aus den Seniorenzentren Linz.

Wie funktioniert die kontinuierliche Glukosemessung?

Ein einer Person zugeordneter Blutzuckersensor erfasst fortlaufend Glukosewerte. Der Livy-Care-Sensor liest diese über eine Bluetooth-Schnittstelle aus und ermöglicht die Übertragung an Connext Vivendi. Im eingerichteten Betrieb müssen Pflegekräfte die einzelnen Werte weder aktiv auslesen noch jeweils bestätigen. Das Anlegen, Wechseln und korrekte Zuordnen des Blutzuckersensors bleibt weiterhin erforderlich.

Das Verfahren heißt kontinuierliche Glukosemessung, kurz CGM. Die eigentliche Messung erfolgt im Gewebe durch den am Körper getragenen Sensor, nicht durch Livy Care. Wie das im Pflegealltag genau aussieht, zeigt unser Praxisbericht zur kontinuierlichen Glukosemessung in den Seniorenzentren Linz.

Welche Arbeitsschritte verändert die Anbindung?

Am Beispiel der Blutdruckmessung lässt sich zeigen, welche Aufgaben die Anbindung übernimmt und welche beim Pflegeteam bleiben. Die folgende Gegenüberstellung vergleicht den Ablauf mit manueller Eingabe und die Übertragung über Livy Care an Connext Vivendi.

Arbeitsschritt Ohne
Geräteanbindung
Mit Livy Care &
Connext Vivendi
Blutdruck messen Die Pflegekraft legt die Manschette an und startet die Messung. Die Pflegekraft legt die Manschette an und startet
die Messung.
Messergebnis ablesen Die Pflegekraft liest die Zahlen vom Display des Blutdruckmessgeräts ab. Livy Care empfängt den Messwert über Bluetooth
und liest ihn laut vor.
Ergebnis für später festhalten Wird nicht sofort dokumentiert, notiert die Pflegekraft den Wert und die zugehörige Person. Eine Zwischennotiz ist nicht nötig. Der empfangene Wert steht zur Zuordnung in der App bereit.
Messwert einer Person zuordnen Die Pflegekraft öffnet die passende Bewohnerakte in Vivendi, um den Wert einzutragen. Die Pflegekraft wählt in der
Livy Care App aus, zu welcher Person der empfangene
Wert gehört.
Messwert dokumentieren Die Pflegekraft tippt die abgelesenen oder notierten Zahlen in Vivendi ein. Nach der Zuordnung wird der Messwert automatisch
an Vivendi übertragen.
Ergebnis beurteilen Die Pflegekraft bewertet den Messwert und entscheidet,
ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Die Pflegekraft bewertet den Messwert und entscheidet,
ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Besonders aufschlussreich sind Abläufe, bei denen Messung und Dokumentation zeitlich auseinanderliegen. Hier lohnt sich die Frage, wie viel Aufwand nach der eigentlichen Messung entsteht und ob das Team für die Eingabe zusätzliche Wege zurücklegt.

Wie viel Zeit spart die vernetzte Messwerterfassung tatsächlich?

Die Praxisauswertung der Seniorenzentren Linz  vergleicht drei Abläufe bei der Blutdruckmessung einschließlich Dokumentation: Der konventionelle Ablauf dauerte 750 Sekunden (12 Minuten 30 Sekunden), der Ablauf mit Vivendi Mobil 390 Sekunden (6 Minuten 30 Sekunden) und der Ablauf mit Livy Care in Verbindung mit Vivendi 305 Sekunden (5 Minuten 5 Sekunden). Mit Vivendi Mobil verkürzte sich der Prozess gegenüber dem konventionellen Ablauf um sechs Minuten; mit Livy Care und Vivendi dauerte er weitere 85 Sekunden weniger. Gemessen wurde jeweils der gesamte Ablauf, nicht allein die Messdauer oder die technische Datenübertragung.

Wie viel Zeit eine andere Einrichtung gewinnen kann, hängt von ihren bisherigen Mess- und Dokumentationsabläufen ab. Die Ergebnisse aus Linz bieten dafür einen Anhaltspunkt. Für die eigene Bewertung lohnt es sich, denselben Prozess vor und nach der Einführung zu vergleichen.

Wie Vivendi, Livy Care und weitere technische Komponenten im Pflegealltag zusammenarbeiten, besprechen Björn Gorniak von Connext und Amir Humanfar in der WeCareTech-Podcastfolge „Pflegedokumentation trifft KI-Raumassistenz“. Anhand von Praxisbeispielen zeigen sie, wie sich die Anwendungen im Alltag ergänzen.

Was Livy Care leistet und was nicht

Livy Care ist die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Das deckenmontierte System erkennt Stürze, Hilferufe sowie individuell konfigurierte Ereignisse wie Bett- und Raumverlassen und alarmiert zuständige Pflegekräfte über angebundene Endgeräte oder Rufsysteme. Die Erkennung erfolgt passiv im Raum, sodass Bewohnerinnen, Bewohner oder Patientinnen und Patienten kein Wearable tragen und keinen Notruf selbst auslösen müssen.

Die automatische Übernahme ergänzt die Pflegedokumentation, ersetzt aber keine pflegerische Beurteilung. Fachliche Einschätzungen, ergänzende Beobachtungen und veranlasste Maßnahmen bleiben eigenständige Dokumentationsinhalte.

Für die Einordnung sind drei Unterschiede wichtig:

  • Ereigniserkennung und Glukosemessung: Die Ereigniserkennung erfolgt ohne Wearable. Für die kontinuierliche Glukosemessung wird dagegen ein Blutzuckersensor am Körper getragen.
  • Sturzprotokoll und Alarmierung: Das Sturzprotokoll lässt sich in der Livy Care App nachvollziehen. In Vivendi werden erkannte Stürze mit Zeitpunkt, Ereignistyp und Zimmer dokumentiert. Die Alarmierung zuständiger Pflegekräfte erfolgt getrennt über die eingerichteten Endgeräte oder die Rufanlage.
  • App und Bewohnerakte: In der Livy Care App lassen sich erfasste Aktivitäten und Visiten nachvollziehen. Nicht sämtliche dort verfügbaren Informationen werden automatisch an Vivendi übertragen.

Livy Care unterstützt das Pflegeteam, ersetzt aber weder die pflegerische Beurteilung noch die persönliche Versorgung.

Checkliste: Was sollten Vivendi-Anwender vor dem Start klären?

  1. Einen konkreten Messablauf auswählen und den bisherigen Dokumentationsweg festhalten.
  2. Messgeräte und zu übertragende Werte zusammenstellen.
  3. Die Voraussetzungen der vorhandenen Vivendi-Umgebung abstimmen.
  4. Bewohnerzuordnung und Wechsel von Blutzuckersensoren organisatorisch regeln.
  5. Endgeräte für die Livy Care App und die Schulung des Teams einplanen.
  6. Das Vorgehen bei unterbrochener Übertragung festlegen.
  7. Einrichtung, laufende Kosten und Support im Angebot prüfen.
  8. Nach der Einarbeitung den tatsächlichen Arbeitsaufwand vergleichen.

Häufige Fragen

Welche Messwerte lassen sich an Connext Vivendi übertragen?

Über die Schnittstelle zwischen Livy Care und Connext Vivendi werden Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und kontinuierliche Glukosewerte übertragen. Die Daten stammen aus angebundenen Messgeräten beziehungsweise Blutzuckersensoren. Gewicht wird derzeit nicht übertragen. Für die Einführung sollte die Einrichtung festlegen, welche unterstützten Werte sie benötigt und welche Geräte dafür eingesetzt werden.

Welche Messgeräte lassen sich über Livy Care an Connext Vivendi anbinden?

Für die Blutdruckmessung unterstützt Livy Care die Beurer-Geräte BM 59, BM 45 und BM 81. Für die Sauerstoffsättigung lässt sich das Beurer PO60 anbinden, für kontinuierliche Glukosewerte FreeStyle Libre 3 und Libre 3 Plus. Livy Care empfängt die Messdaten und überträgt sie über die eingerichtete Schnittstelle an Connext Vivendi.

Können mehrere Bewohnerinnen und Bewohner dasselbe Blutdruckmessgerät nutzen?

Ein angebundenes Blutdruckmessgerät kann nacheinander für unterschiedliche Bewohnerinnen und Bewohner verwendet werden. Die Pflegekraft ordnet das jeweils empfangene Ergebnis in der Livy Care App der richtigen Person zu. Damit bleibt die Zuordnung auch bei gemeinsam genutzten Geräten ein bewusster Schritt vor der Übertragung an Connext Vivendi.

Werden erkannte Stürze automatisch in Connext Vivendi dokumentiert?

Ja. Livy Care dokumentiert erkannte Stürze mit Zeitpunkt, Ereignistyp und Zimmer automatisch direkt in Connext Vivendi. Die Benachrichtigung zuständiger Pflegekräfte erfolgt getrennt über die eingerichteten Endgeräte oder die Rufanlage. Sturzdokumentation und Alarmierung erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Das Ereignis wird dokumentiert, während das Team über den festgelegten Alarmweg informiert wird.

Welche Kosten gehören in die Planung?

Berücksichtigt werden sollten Geräteausstattung, Installation, Einrichtung der Anbindung, Schulung und laufender Betrieb. Welche Positionen zusätzlich anfallen, hängt von der vorhandenen Ausstattung und dem vereinbarten Leistungsumfang ab. Der Leitfaden zu Kosten und Finanzierung von Livy Care erläutert grundlegende Kostenbestandteile. Die konkreten Schnittstellenleistungen sollten im Angebot nachvollziehbar ausgewiesen sein.

Fazit: Eine Messung sollte keine zweite Eingabe brauchen

Ein Messwert liegt bereits digital vor. Ihn anschließend abzuschreiben und erneut einzutippen, bindet Arbeitszeit. Die Verbindung von Connext Vivendi und Livy Care übernimmt diesen Übertragungsschritt und dokumentiert zusätzlich erkannte Stürze automatisch. Für Einrichtungen lohnt sich deshalb der Blick auf ihre täglichen Abläufe: Wo heute noch Werte übertragen oder Sturzereignisse manuell erfasst werden, kann die Anbindung konkrete Arbeit abnehmen.

Sie nutzen Connext Vivendi und möchten die Dokumentation von Messwerten und Stürzen vereinfachen? Lassen Sie sich in einem unverbindlichen Fachgespräch beraten: