Wie lassen sich Kontrollgänge im Nachtdienst reduzieren?
Nächtliche Kontrollgänge gehören zum Pflegealltag, können das Personal aber stark beanspruchen. Pflegekräfte müssen viele Zimmer nacheinander aufsuchen, obwohl nicht in jedem Raum akuter Unterstützungsbedarf besteht. Gleichzeitig können relevante Ereignisse zwischen 2 Kontrollgängen unbemerkt bleiben.
Digitale Assistenz kann regelmäßige Kontrollgänge nicht vollständig ersetzen. Sie kann Pflegekräfte jedoch dabei unterstützen, Einsätze stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten und zeitnah auf konfigurierte Ereignisse wie Stürze, Hilferufe oder das Verlassen des Bettes zu reagieren.
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Welche Risiken prägen Kontrollgänge im Nachtdienst?
Nächtliche Kontrollgänge müssen unterschiedliche Risiken und Pflegebedarfe gleichzeitig berücksichtigen. Dazu gehören Stürze, Hilferufe, das Verlassen des Bettes sowie medizinisch oder pflegerisch notwendige Kontrollen. Da im Nachtdienst weniger Mitarbeitende verfügbar sind, müssen Pflegekräfte Aufgaben priorisieren und dennoch auf ungeplante Ereignisse reagieren können.
Bewohnerinnen und Bewohner mit psychischen Erkrankungen, körperlichen Einschränkungen oder einer fortgeschrittenen Demenz können nachts besondere Unterstützung benötigen. Bei einigen Personen besteht beispielsweise ein erhöhtes Sturzrisiko. Andere verlassen nachts das Bett oder den Raum und finden möglicherweise nicht selbstständig zurück.
Hinzu kommen Bewohnerinnen und Bewohner mit besonderen medizinischen oder pflegerischen Anforderungen. Sie müssen von den zuständigen Pflegekräften intensiv beobachtet und regelmäßig kontrolliert werden. Geplante Kontrollgänge bleiben in solchen Situationen ein wichtiger Bestandteil der Versorgung.
Eine Herausforderung entsteht dort, wo Kontrollgänge nach festen Zeitabständen erfolgen. Zwischen 2 Rundgängen können Ereignisse eintreten, von denen das Pflegepersonal zunächst nichts erfährt. Stürzt eine Person beispielsweise auf dem Weg zur Toilette und kann keinen Notruf auslösen, wird der Sturz möglicherweise erst beim nächsten Kontrollgang bemerkt.
Auch das nächtliche Verlassen des Bettes ist nicht in jeder Situation gleich zu bewerten. Bei einer mobilen Person kann es zum normalen Tagesablauf gehören. Bei einer anderen Person kann aufgrund ihrer Mobilität oder Orientierung zeitnaher Unterstützungsbedarf bestehen. Kontrollgänge sollten deshalb nicht nur nach einem einheitlichen Zeitplan, sondern auch nach individuellen Risiken organisiert werden.
Wie lassen sich Kontrollgänge im Pflegeheim gezielter organisieren?
Kontrollgänge im Pflegeheim lassen sich gezielter organisieren, wenn feste Rundgänge mit bedarfsbezogenen Informationen ergänzt werden. Pflegekräfte können dann unterscheiden, welche geplanten Kontrollen notwendig bleiben und wo ein aktuelles Ereignis eine zeitnahe Reaktion erfordert. Voraussetzung sind individuelle Konfigurationen, klare Zuständigkeiten und verlässliche Alarmwege.
Der erste Schritt besteht darin, die nächtlichen Unterstützungsbedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner zu unterscheiden. Nicht jede Person benötigt dieselbe Form und Häufigkeit der Kontrolle.
Für die Planung sind unter anderem folgende Fragen relevant:
- Welche pflegerischen oder medizinischen Kontrollen sind verbindlich erforderlich?
- Bei welchen Personen besteht ein erhöhtes Sturzrisiko?
- Wer benötigt Unterstützung beim nächtlichen Aufstehen?
- Bei wem ist das Verlassen des Bettes oder Raumes relevant?
- Welche Ereignisse erfordern eine sofortige Reaktion?
- Welche Pflegekraft erhält die jeweilige Meldung?
- Wie werden Aufgaben priorisiert, wenn mehrere Ereignisse gleichzeitig auftreten?
Bedarfsbezogene Meldungen können Pflegekräften helfen, ihre Wege gezielter zu koordinieren. Sie wissen früher, in welchem Zimmer ein konfiguriertes Ereignis erkannt wurde, und können die Situation prüfen.
Dadurch werden feste Kontrollgänge nicht pauschal abgeschafft. Medizinisch notwendige Kontrollen, pflegerische Maßnahmen und persönliche Zuwendung bleiben erforderlich. Es kann aber geprüft werden, ob einzelne routinemäßige Zimmerbesuche weiterhin in derselben Häufigkeit notwendig sind oder stärker an die individuelle Situation angepasst werden können.
Wird ein konfiguriertes Ereignis wie das Verlassen des Bettes gemeldet, kann die Pflegekraft zeitnah prüfen, ob Unterstützung erforderlich ist. Reagiert sie rechtzeitig, lassen sich auf diesem Weg einzelne Stürze vermeiden.
Livy Care verhindert Stürze nicht automatisch. Ob ein Sturz ausbleibt, hängt davon ab, ob die Meldung rechtzeitig kommt und ob jemand rechtzeitig im Zimmer ist. Weitere organisatorische und pflegerische Maßnahmen zur Sturzprophylaxe im Pflegeheim müssen deshalb weiterhin individuell geplant und umgesetzt werden.
Wie unterstützt Livy Care bei nächtlichen Kontrollgängen?
Livy Care unterstützt nächtliche Kontrollgänge, indem konfigurierte Ereignisse passiv im Raum erkannt und an festgelegte Alarmwege gemeldet werden. Pflegekräfte können dadurch auf einen konkreten Anlass reagieren, statt ausschließlich auf den nächsten festen Rundgang zu warten. Welche Funktionen aktiv sind, lässt sich für jedes ausgestattete Zimmer individuell festlegen.
Livy Care ist eine deckenmontierte KI-Raumassistenz. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen kein Wearable tragen und keinen Notrufknopf betätigen, damit ein konfiguriertes Ereignis erkannt und gemeldet werden kann.
Je nach Bedarf können pro Zimmer unter anderem folgende Funktionen konfiguriert werden:
- Sturzerkennung
- Hilferuferkennung
- Verlassen des Bettes
- Verlassen des Raumes
Nach einer Meldung entscheidet die zuständige Pflegekraft, welche Reaktion erforderlich ist. Livy Care übernimmt weder die pflegefachliche Einschätzung noch die Versorgung der betroffenen Person.
Besonders relevant kann die Unterstützung sein, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner nach einem Sturz keinen Notrufknopf erreicht oder nicht selbstständig um Hilfe rufen kann. Das Pflegepersonal muss dann nicht bis zum nächsten Kontrollgang warten, um auf das erkannte Ereignis aufmerksam zu werden.
Auch beim Bettverlassen bleibt die individuelle Konfiguration entscheidend. Nicht jedes Aufstehen benötigt eine Meldung. Die Funktion sollte nur aktiviert werden, wenn aus der konkreten Pflegesituation ein entsprechender Unterstützungsbedarf hervorgeht.
Damit Livy Care den Nachtdienst sinnvoll unterstützt, müssen Technik und Organisation zusammenpassen.
Dazu gehören:
- eine bedarfsgerechte Konfiguration pro Zimmer
- eindeutig festgelegte Alarmwege
- klare Zuständigkeiten im Nachtdienst
- geschulte Mitarbeitende
- ein definierter Ablauf nach einer Meldung
- eine regelmäßige Überprüfung der Einstellungen
So können Pflegeeinrichtungen geplante Kontrollgänge und ereignisbezogene Meldungen miteinander verbinden. Pflegekräfte erhalten zusätzliche Informationen für die Priorisierung ihrer Einsätze und können dort reagieren, wo ein konkreter Unterstützungsbedarf erkannt wurde.
Fazit: Kontrollgänge nach Bedarf statt nach starrem Zeitplan
Nächtliche Kontrollgänge im Pflegeheim bleiben ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Sie müssen jedoch nicht in jedem Zimmer nach einem starren Zeitplan erfolgen. Werden Kontrollgänge im Nachtdienst stärker an individuellen Risiken und konkreten Meldungen ausgerichtet, können Pflegekräfte gezielter reagieren und ihre Wege bedarfsgerechter planen.
Livy Care kann konfigurierte Ereignisse wie Stürze, Hilferufe oder das Verlassen des Bettes melden. Dadurch erhält die Nachtwache Hinweise darauf, in welchem Zimmer Unterstützung erforderlich sein könnte. Die pflegefachliche Einschätzung und die Entscheidung über notwendige Kontrollgänge bleiben beim Pflegepersonal.
Livy Care ersetzt weder den Nachtdienst noch notwendige Kontrollgänge. Die KI-Raumassistenz kann Pflegeeinrichtungen jedoch dabei unterstützen, nächtliche Einsätze bedarfsgerechter zu organisieren und vorhandene personelle Ressourcen gezielter einzusetzen.