Senioren Überwachung zu Hause: Welche Lösung hilft wirklich?

Sicherheit Zuhause: Welche Hilfe passt zu Alltag und Privatsphäre?


Das Wichtigste in Kürze

  • Wer über einen Sturz oder Hilferuf informiert werden möchte, braucht dafür nicht unbedingt ein Kamerabild aus der Wohnung.
  • Ein Hausnotruf passt, wenn die Person Hilfe selbst auslösen kann. Ist das unsicher, sollte eine automatische Ereignismeldung geprüft werden.
  • Livy Care, die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH, meldet konfigurierte Ereignisse in ausgestatteten Räumen, ohne dass die Person ein Gerät tragen muss.
  • Außerhalb der Räumlichkeiten ist bei entsprechendem Bedarf eine mobile Lösung nötig.
  • Vor dem Kauf müssen Erfassungsbereich, gewünschte Meldungen, erreichbare Ansprechpersonen und vollständige Kosten für die konkrete Wohnung geklärt sein.


Wenn ein pflegebedürftiger Mensch zu Hause stürzt, sollte möglichst schnell jemand benachrichtigt werden, der nach ihm sehen kann. Dafür muss die Person nicht dauerhaft per Kamera beobachtet werden. Kann sie selbst einen Notruf auslösen, ist ein Hausnotruf eine Möglichkeit. Ist das nicht zuverlässig möglich, kommt eine automatische Ereignismeldung infrage. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die Person auch unterwegs Unterstützung benötigt und welchen Einblick in ihren Alltag sie zulassen möchte.

Warum erwägen Angehörige häufig Videoüberwachung in der häuslichen Pflege?

Videoüberwachung in der häuslichen Pflege ist für Angehörige ein naheliegender Gedanke: Sie möchten aus der Ferne nachsehen können, ob alles in Ordnung ist. Gerade wenn ein pflegebedürftiger Mensch allein lebt, kann diese Möglichkeit beruhigend wirken. Das Problem zeigt sich, wenn niemand auf das Kamerabild schaut. Ein Sturz kann ebenso unbemerkt bleiben, obwohl die Kamera eingeschaltet ist.

Manche Produkte erkennen solche Ereignisse automatisch und senden eine Meldung. Wer bei einem Sturz benachrichtigt werden möchte, sollte diese Funktion genau prüfen und einen geeigneten Alarmweg sicherstellen.

Ist eine Überwachungskamera bei Demenz die beste Lösung?

Eine Überwachungskamera bei Demenz ist nicht automatisch die beste Lösung. Sie liefert Bilder, doch jemand muss hinsehen und einordnen. Entscheidend ist, welche Situation bemerkt werden soll: ein Sturz, ein Hilferuf oder nächtliches Aufstehen. Dafür gibt es Lösungen, die ein Ereignis automatisch melden, ohne dass Angehörige den Alltag per Kamera verfolgen müssen.

Zuerst sollte klar sein, welche Situation bemerkt werden soll:
Kann die Person nach einem Sturz um Hilfe rufen? Findet sie einen Notrufknopf?
Oder braucht sie zu bestimmten Zeiten Unterstützung?

Manche Kameras haben eine Bewegungserkennung und melden automatisch, wenn sich jemand im erfassten Bereich bewegt. Das kann interessant sein, wenn eine Person eine Hinlauftendenz entwickelt hat und nachts möglicherweise die Wohnung verlässt. Eine Bewegungsmeldung zeigt aber zunächst nur, dass Bewegung stattgefunden hat. Ob die Person Hilfe benötigt oder lediglich aufgestanden ist, muss jemand einordnen. Löst auch jeder gewöhnliche nächtliche Gang eine Meldung aus, kann das Angehörige belasten.

Die Wohnung bleibt auch bei Demenz ein privater Lebensraum:
Ein dauerhafter Einblick per Kamera ist zudem ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre und sollte nicht allein mit der Diagnose "Demenz" begründet werden. Besprechen Sie mit der betroffenen Person, soweit möglich, welche Unterstützung sie wünscht und welchen Einblick sie zulassen möchte.

Geht es vor allem darum, einen Sturz nicht zu übersehen, ist eine automatische Sturzmeldung eine weitere Möglichkeit. Warum längeres unbemerktes Liegen gesundheitliche Folgen haben kann, erläutert unser Beitrag über Liegetrauma und Demenz.

Welche Alternative passt zu welchem Alltag?

Wer eine passende Lösung sucht, sollte sich zuerst die Situation der pflegebedürftigen Person genauer anschauen. Was kann sie selbst tun, wobei braucht sie Unterstützung und wo hält sie sich auf? Denn Technik ist nur dann sinnvoll, wenn sie zum Menschen und seinem tatsächlichen Unterstützungsbedarf passt.

Situation Mögliche Lösungen Entscheidend bei der Auswahl
Die Person kommt im Alltag selbstständig zurecht, möchte aber kleine Hürden abbauen. Nachtlicht, automatische Herdabschaltung, Sprachsteuerung Diese Hilfen erleichtern den Alltag. Ein Einblick in die Wohnung ist dafür nicht erforderlich. Wer über einen Sturz informiert werden möchte, braucht eine zusätzliche Funktion.
Die Person möchte im Notfall selbst Hilfe rufen. Hausnotruf, mobiler SOS-Taster, Smartwatch oder Sprachassistent mit Anruffunktion Angehörige erhalten den ausgelösten Hilferuf, ohne dafür den Alltag per Kamera verfolgen zu müssen. Funktioniert nur, wenn sie das Gerät trägt oder erreicht beziehungsweise sprechen kann. Soll der Notruf auch unterwegs möglich sein, muss die gewählte Lösung dort funktionieren.
Nach einem Sturz könnte die Person keinen Notruf mehr auslösen. Wearable mit Sturzerkennung oder KI-Raumassistenz Beide können erkannte Ereignisse ohne Knopfdruck melden. Die Meldung eines erkannten Ereignisses erfordert keinen fortlaufenden Einblick in die Wohnung. Beim Wearable ist das Tragen entscheidend; bei der KI-Raumassistenz die Ausstattung der relevanten Räume.
Neben Stürzen sind weitere Ereignisse oder Gesundheitswerte relevant. KI-Raumassistenz mit passend eingerichteten Funktionen und kompatiblen Messgeräten

Vorab festlegen, welche Werte eine Meldung auslösen und wer darauf reagiert. Die Messgeräte müssen mit dem System kompatibel sein.

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Die entscheidende Frage ist, welche Ereignisse überhaupt an andere Personen gemeldet werden sollen. Ein erkannter Sturz verlangt eine andere Reaktion als ein gewöhnliches Verlassen des Bettes. Letzteres kann bei einer Person mit hohem Sturzrisiko nachts relevant sein, bei einer anderen nur unnötige Meldungen über ihre Gewohnheiten erzeugen. Für jede Funktion sollte deshalb klar sein, welche Hilfe die Meldung auslösen soll.

Legen Sie gemeinsam mit der betroffenen Person, soweit möglich, fest, welche Ereignisse gemeldet werden und wer die Nachricht erhält. Fragen Sie vor der Einrichtung auch, welche Informationen darin stehen und wer Einstellungen ändern darf. Prüfen Sie nach einer Weile, ob die Meldungen tatsächlich zu hilfreichen Reaktionen führen oder lediglich den Alltag der Person sichtbar machen. 

Was leistet Livy Care zu Hause und was nicht?

Livy Care, die KI-Raumassistenz der HUM Systems GmbH, erkennt Stürze, akustische Hilferufe sowie individuell konfigurierte Ereignisse wie Bett- und Raumverlassen in ausgestatteten Räumen. Der deckenmontierte Sensor informiert festgelegte Notfallkontakte über angebundene Endgeräte. Die Erkennung erfolgt passiv im Raum, sodass die pflegebedürftige Person kein Wearable tragen und bei einem erkannten Ereignis keinen Notruf selbst auslösen muss.

Dafür kombiniert Livy Care Radar, Computer Vision und Akustik. Computer Vision verarbeitet auch optische Informationen aus dem Raum. Die Technik erkennt konfigurierte Ereignisse automatisch, sodass Angehörige nicht selbst ein Kamerabild beobachten müssen.

Für Angehörige ist vor allem wichtig, dass aus einer Meldung Hilfe werden kann. Sie müssen nicht ständig nachsehen, um von einem erkannten Sturz zu erfahren. Geht eine Meldung ein, können festgelegte Kontakte über die Gegensprechfunktion versuchen, die Person zu erreichen: Ist sie ansprechbar? Kann sie sagen, was passiert ist und ob sie aufstehen kann? Bleibt eine Antwort aus oder braucht sie Unterstützung, muss jemand nach ihr sehen und gegebenenfalls weitere Hilfe organisieren.

Diese Funktionen sind für den Einsatz zu Hause relevant:

  • Sturzerkennung: Ein erkannter Sturz kann automatisch an festgelegte Notfallkontakte gemeldet werden, auch wenn die Person selbst keinen Notruf auslöst.
  • Akustischer Hilferuf: Ruft die Person um Hilfe, kann Livy Care den Hilferuf erkennen und melden.
  • Gegensprechfunktion: Nach einer Meldung können Kontakte mit der Person sprechen und sich einen ersten Eindruck von ihrer Situation verschaffen.
  • Bett- und Raumverlassen: Eine Meldung kann eingerichtet werden, wenn die Person beispielsweise beim nächtlichen Aufstehen Unterstützung benötigt.
  • Auffällige Inaktivität: Bleibt in einem festgelegten Zeitraum die übliche Aktivität im ausgestatteten Raum aus, kann Livy Care eine Meldung auslösen.
  • Gesundheitswerte: Werte kompatibler Messgeräte, etwa Glukosesensoren, können eingebunden werden. Bei welchen auffälligen Werten eine Meldung ausgelöst wird, wird vorab festgelegt.

Diese Grenzen gehören zur Entscheidung:

  • Livy Care erkennt Ereignisse nur in ausgestatteten Räumen. Wer auch unterwegs Unterstützung benötigt, braucht dafür gegebenenfalls eine mobile Lösung.
  • Livy Care verhindert Stürze nicht automatisch. Ob ein Sturz ausbleibt, hängt davon ab, ob die Meldung rechtzeitig kommt und ob jemand rechtzeitig im Zimmer ist.
  • Eine Meldung sagt nicht, ob die Person verletzt ist. Deshalb muss vorab feststehen, wer erreichbar ist, nach ihr sehen und bei Bedarf Hilfe organisieren kann.

Was sollte vor dem Kauf konkret feststehen?

Vor dem Kauf sollten Sie wissen, welche Räume ausgestattet werden, welche Ereignisse gemeldet werden und wer im Ernstfall hilft. Beschreiben Sie dem Anbieter eine typische Situation aus dem Alltag, etwa: „Meine Mutter lebt allein. Nach einem Sturz im Schlafzimmer könnte sie keinen Notruf mehr auslösen.“ Lassen Sie sich dafür eine konkrete Lösung für ihre Wohnung zeigen.

Checkliste: Diese Punkte sollten nach dem Beratungsgespräch geklärt sein

  1. Ausstattung: Welche Räume erhalten einen Sensor? Wo besteht keine Erkennung?

  2. Ereignisse: Sollen Stürze und Hilferufe gemeldet werden? Gibt es einen konkreten Grund für weitere Meldungen?

  3. Alarmweg: Wer erhält welche Meldung und über welches Gerät oder welchen Dienst?

  4. Reaktion: Wer kann nach der Person sehen? Wer übernimmt nachts, während der Arbeit und im Urlaub?

  5. Außer Haus: Wird zusätzlich ein mobiler Notruf benötigt?

  6. Einführung: Wer richtet die Funktionen ein, und wann wird gemeinsam geprüft, ob die Einstellungen zum Alltag passen?

  7. Kosten: Was kosten Geräte, Montage und laufender Betrieb? Entstehen zusätzliche Kosten für eine Notrufzentrale oder andere Alarmwege?

Hinweis: Bitten Sie um ein Angebot, das die Ausstattung und den Alarmweg ausdrücklich beschreibt. So können Sie prüfen, ob die vorgeschlagene Lösung Ihre wichtigste Sorge tatsächlich abdeckt. Angebote sind nur vergleichbar, wenn sie dieselben Räume, Funktionen und Zuständigkeiten berücksichtigen.

Was gilt zusätzlich im betreuten Wohnen?

Für Betreiber betreuter Wohnangebote kommt zur persönlichen Auswahl ein gemeinsamer Ablauf hinzu. Sie müssen klären, welche Wohnungen ausgestattet werden, ob Betreuung, Pflegedienst oder Notrufzentrale Meldungen erhält und wer bei Nichterreichbarkeit übernimmt. Auch die Einbindung von Angehörigen braucht klare Absprachen.

Wenn Sie Lösungen für ein Wohnangebot vergleichen, lesen Sie ergänzend unseren aktuellen Artikel über Sturzerkennung im betreuten Wohnen und Hausnotruf-Alternativen. Die möglichen Alarmwege für Livy Care erläutert die Seite zur KI-Raumassistenz im betreuten Wohnen.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn Angehörige eine Meldung nicht annehmen können?

Das muss vor der Einrichtung des Alarmwegs geklärt werden. Fragen Sie, ob weitere Personen oder eine Notrufzentrale eingebunden werden können und in welcher Reihenfolge sie informiert werden. Prüfen Sie auch, wer nachts, während der Arbeit und im Urlaub tatsächlich erreichbar ist. Der vereinbarte Ablauf sollte schriftlich festgehalten werden.

Können mehrere Angehörige in die Alarmierung eingebunden werden?

Ob und wie mehrere Personen Meldungen erhalten, hängt vom gewählten Alarmweg ab. Klären Sie im Beratungsgespräch, wer zuerst informiert wird und was bei Nichterreichbarkeit geschieht. Verteilen Sie die Verantwortung nicht nur auf dem Papier: Alle Beteiligten sollten wissen, wann sie reagieren und wie sie Zugang zur Wohnung bekommen.

Welche Angaben brauche ich für ein konkretes Angebot?

Hilfreich sind ein Grundriss oder die Angabe der relevanten Räume, die gewünschte Art der Meldungen und eine Beschreibung der Wohnsituation. Teilen Sie auch mit, ob bereits ein Hausnotruf vorhanden ist und wer Meldungen übernehmen könnte. So kann der Anbieter Ausstattung, Alarmweg und Kosten für den tatsächlichen Bedarf erläutern.

Woran erkenne ich nach der Einrichtung, ob die Lösung passt?

Prüfen Sie gemeinsam mit der betroffenen Person, ob die vereinbarten Meldungen bei den richtigen Ansprechpersonen ankommen und im Alltag sinnvoll sind. Fragen Sie nach, wer Einstellungen bei verändertem Unterstützungsbedarf anpasst. Wichtig ist auch, ob die betroffene Person mit der Lösung zurechtkommt und sich in ihrer Wohnung weiterhin wohlfühlt.

Müssen Angehörige bei Livy Care ein Kamerabild ansehen?

Nein. Livy Care meldet konfigurierte Ereignisse wie einen Sturz oder einen Hilferuf automatisch an festgelegte Kontakte. Angehörige müssen dafür nicht fortlaufend in die Wohnung schauen. Nach einer Meldung können sie über die Gegensprechfunktion mit der Person sprechen. Welche Ereignisse gemeldet werden und wer die Meldung erhält, legen Sie vorab gemeinsam mit der betroffenen Person fest.

Fazit: Sicherheit ohne unnötigen Einblick

Wer zu Hause Unterstützung braucht, sollte sie passend zum eigenen Alltag auswählen können. Livy Care kommt infrage, wenn bestimmte Ereignisse in ausgestatteten Räumen ohne Knopfdruck gemeldet werden sollen. Für unterwegs kann eine mobile Lösung wichtig sein. Vor dem Kauf müssen Erfassungsbereich, Alarmweg und Kosten für die konkrete Wohnung feststehen.